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DammMeisterei Zollbrücke,

die denkmalgerechte Restaurierung eines Kleinods

Die DammMeisterei in Zollbrücke ist eines der letzten noch erhaltenen Wahrzeichen des Oderbruches. Das Gehöft besteht aus dem Wohnhaus des Deichinspektors, einem Wirtschaftsgebäude und dem Dammbohlenhaus. Es ist auf der Liste der Denkmale des Landkreises Märkisch-Oderland verzeichnet.
"An der Stelle des heutigen Dammmeisterhauses stand seit 1755 das erste feste Brückenhaus, das aber während des Siebenjährigen Krieges verfiel. Deichinspektor Christiani machte es nach dem Friedensschluss mit Hilfe der Brückengelder wieder bewohnbar und bezog es als einstweilige Dienstwohnung. Lange konnte er dort nicht wohnen, denn das Haus brannte am 11. Mai 1766 bis auf die Grundmauern ab. Für den Brückenwärter entstand gegenüber zunächst eine provisorische Unterkunft.
Im Jahre 1773 erbaute der Zimmermeister Sparkaese in Wriezen an der Stelle des abgebrannten Brückenhauses nebst einem Materialien- Magazin ein geräumiges Haus, das bald nach dem Einsturz der Brücke im Jahre 1805 dem Deichinspektor des Mittelbruchs als Dienstwohnung diente. Im Brücken- oder Zollhaus wohnte bis 1805 der Brückenwärter. Von dem Brückenzoll, der hier zu entrichten war, hat Zollbrücke auch seinen Namen bekommen.
Gegenüber entstand nach 1805 der sogenannte Fährkrug. Während der Fährmann das übersetzen besorgte, kümmerte sich dessen Frau um den Ausschank von Speisen und Getränken. Von 1922 bis 1945 lagen Fähre und Fährkrug in den Händen der Familie Hollmichel.


An die Stelle des 1773 errichteten Hauses trat im Jahre 1839 ein Neubau des Deichverbandes für das Niederoderbruch, der,von einigen Umbauten abgesehen, bis heute erhalten blieb. Bis zum Tod des Deichinspektors Baurat Goldspohn im Jahre 1892 diente dieses Haus als "Etablissement des Deichinspektors des Mittel- Oderbruchs in der Brückenkolonie der Gemeinde Zäckerick". Seit jener Zeit war das staatliche Gehöft, in dem mehrmals die Deichschaukommission als älteste Selbstverwaltungsbehörde des Deichverbandes tagte, Domizil der Zollbrücker Dammmeister. Anstelle des alten, direkt südlich an das Haus grenzenden Geräteschuppens wurde 1935 etwas abseits des Hauses ein neuer erbaut. Es handelt sich wohl um den Dammbohlenschuppen.
Von 1864 bis 1892 hatten insgesamt drei Deichinspektoren die Aufsicht im Niederoderbruch inne. Ihre Dienstsitze waren neben Zollbrücke Wriezen und Hohensaaten. Ab 1892 wurden diese drei Deichbeamtenstellen in Freienwalde zu einer Inspektorenstelle vereinigt."²


Die faszinierende Architektursprache, die sich durch Fachwerkausmauerung mit gelben Backsteinen und imponierender struktureller Gestaltung ergibt, verleiht dem Ensemble einen unvergleichbaren Reiz. Das Dammmeisterhaus und die frühere Gaststätte wurden städtebaulich als Torsituation zum Dammdurchbruch konzipiert. Hier finden Sie einen Ort des "kulturellen Gedächtnisses", der mit dem Ortsnamen Zollbrücke seit Generationen verknüpft ist. Durch Zollbrücke führt der Oder-Neiße-Radweg, einer der beliebtesten Radwege in Europa. Hier befinden sich alte und neue Fachwerkhäuser, das "Theater am Rand" und der Ziegenhof von Michael Rubin. Das Dammmeisterensemble wird behutsam in seinem historisch gewachsenen Zustand aus und umgebaut. Es soll als Restaurant mit regionaltypischen Gerichten, Cafe und Gartenlokal genutzt werden. Das Dammbohlenhaus wird zu einer kulturellen Begegnungsstätte mit einer Kleinbühne, einer Galerie und Räumen für Tagungen und Familienfeiern ausgebaut. Der Garten wird als Biergarten für Radler, Interessierte und Familien offen stehen. Nach jahrzehntelangem Verfall hat das Ehepaar, Frau Prof. Dr. Hannelore Scholz-Lübbering und Johannes Lübbering, das Ensembles erworben. 2008 haben die Bauarbeiten begonnen. Die Bilder zeigen Ihnen, mit welcher Mühe der sich nun zeigende Zustand erreicht wurde. Auch das Haupthaus soll saniert und wie das Gesamtensemble zu neuem Leben erweckt werden.

Zitat aus einem Text von Dr.Reinhard Schmook, Juli 2010