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Pressestimmen

MOZ im November 2010

Neulewiner Unternehmen mit Weitblick


Bremen/Neulewin (moz) Die Objektbetreuung Scholz-Lübbering GbR in Neulewin hat sechs ältere Mitarbeiter unter Vertrag. Mit den erfahrenen und teilweise hoch qualifizierten Bauhandwerkern hat Polier Marko Stegemann nur die besten Erfahrungen gesammelt. Am Dienstag erhielt Firmenchefin Hannelore Scholz-Lübbering in Bremen den Preis "Unternehmen mit Weitblick". In Neulewin wächst der "Grüne Lernort". Das flache Gebäude, in und hinter dem naturnaher Unterricht erteilt werden soll, hat vorn eine weiße Fassade mit Holzverblendung, nach hinten geben großflächige Fenster in stilvoller Holzumrahmung den Blick ins Grüne frei. "Das ist Lärche", sagt Peter Steffen auf den fragenden Blick hin, "sehr hartes und dauerhaftes Holz." Man sieht den Hölzern an, dass sie von Fachleuten bearbeitet wurden. Solide Handwerksarbeit bis zum Finish mit der entsprechenden Lasur. Peter Steffen winkt bescheiden ab, schließlich ist der 55-Jährige Tischlermeister. Da gehört sich das so. Er und Holger Schur (43), ebenfalls Tischlermeister, haben auch an der Dammmeisterei in Zollbrücke mitgebaut. Das Dammbohlenhaus, in dem bereits die zweite Ausstellung zu besichtigen ist, und das Café Deichstube im früheren Wirtschaftsgebäude haben sie mit gebaut, Fachwerk restauriert und zum Teil neu erstellt, mit Backsteinen und im Dammbohlenhaus teilweise mit Glasflächen ausgefacht. Das Ensemble ist eine Augenweide, aber noch nicht vollendet. "Nächstes Jahr werden wir wohl an das Dammmeisterhaus ranmüssen", mutmaßen die beiden Tischlermeister. Peter Steffen ist wie Gärtner Helmut Fuhrmann aus Letschin, Maurer Eberhard Noack, Stefan Werner oder Bürokraft Christine Reichmuth im Rahmen des Bundesprogramms "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte für ältere in den Regionen" bei der Scholz-Lübbering GbR angestellt. Die Firma des unternehmungslustigen Ehepaars schafft dabei nicht nur Arbeitsplätze für ältere Menschen aus der Region, sondern saniert auch alte Bauten in den Oderbruchdörfern. So ist der Firmensitz die Scheune hinter der alten Bäckerei. Das Wohnhaus an der Straße, ein recht baufälliger Fachwerkbau, soll natürlich ebenfalls noch saniert werden. Auch der grüne Lernort wird das Dorfbild verschönern und als Nebeneffekt das Dorf beleben, wenn Schulklassen regelmäßig Schulstunden im Grünen veranstalten. Professorin Hannelore Scholz-Lübbering sprüht vor Ideen, die sie noch im Hinterkopf hat. Nicht zuletzt ist ihrer Initiative die Touristinformation zu verdanken, bei der man in den Sommermonaten nicht nur Informationen, Kaffee und Kuchen bekommt, sondern auch Fahrräder ausleihen kann. Gleich daneben steht der historische Moserhof, in dem im Sommer die Kunstwerkstatt der Lübbering-Stiftung stattfand. Und auch mit diesem einstigen Landwirtschafts-Musterhof hat Hannelore Scholz-Lübbering große Pläne. Für all das braucht es eine leistungsfähige Firma. Und an fast allen Projekten geht es um historische Bausubstanz, die behutsam, mit fachlichem Geschick und Fingerspitzengefühl saniert und teilweise neu aufgebaut werden will. Erfahrene Bauhandwerker sind da gefragt. Und sie, die älteren, haben noch andere Vorteile, sagt Polier Marko Stegemann: "Sie arbeiten gern hier, und das merke ich. Die kurzen Wege zur Arbeit, das gute Klima in der Firma, das macht einfach Spaß. Und das können Sie auch daran ablesen, dass einfach keiner krank wird." Und sie liefern Qualität, sagt der Polier. Da ist Eberhard Noack, der 40 Jahre auf dem Bau gearbeitet habe. Oder eben Peter Steffen, der früher tagtäglich in eine Tischlerei nach Berlin-Neukölln fuhr, zwei Stunden hin, zwei zurück. Für ihr Engagement für ältere Menschen der Region hat Hannelore Scholz-Lübbering am Dienstag in Bremen den Preis "Unternehmen mit Weitblick 2010" entgegengenommen. Vorgeschlagen hat sie das Jobcenter Märkisch-Oderland. Bereichsleiterin und Paktkoordinatorin Perspektive 50plus ist Sigrid Baumgärtner. Sie will mit der Auszeichnung als Unternehmen mit Weitblick das Engagement von Hannelore Scholz-Lübbering und Johannes Lübbering gewürdigt wissen, so viele Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer aus der Region geschaffen zu haben. Bereits am Montag war sie mit Hannelore Scholz-Lübbering nach Bremen gereist, um die Wirtschaftsförderung der überseestadt kennen zu lernen. Beim Festakt wurden die Aufbauleistungen in der Dammmeisterei und am Grünen Lernort vom Moderator besonders gewürdigt. Als Preis bekam Hannelore Scholz-Lübbering als eine von 62 Firmenchefs aus der gesamten Bundesrepublik eine Leuchtturm-Skulptur.

MOZ von Dienstag, 03.August 2010

Kunstwerkstatt auf dem Moserhof


Jens Sell 03.08.2010
Die Lübbering-Stiftung bereitet für den August auf dem Moserhof eine vierwöchige deutsch-polnische Kunstwerkstatt und zuvor in Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum Frankfurt (Oder) ein Symposium über zwei Schriftstellerinnen der Region Brandenburg/Preußen vor. Die Rekonstruktion des historischen Moserhofes in Neulewin ist eines der visionären Vorhaben der Lübbering-Stiftung. Zwar gibt Stifterin Hannelore Scholz-Lübbering den Moserhof schon als den Sitz der Stiftung an, doch residiert Christine Reichmuth als Ansprechpartnerin noch in der ebenfalls von der Stiftung errichteten Touristinfo vor dem Moserhof. Das Gehöft selbst ruht noch im Dornröschenschlaf, doch informiert immerhin eine professionell gemachte Infotafel über die Verdienste des Bauern Moser um die Einführung neuer Landtechnik und landwirtschaftlicher Verfahren. Der Dornröschenschlaf des Moserhofs wird indes spätestens am 11. August beendet sein, denn da werden ihn sieben Bildhauerinnen und fünf Grafikerinnen als Atelier nutzen. Der Moserhof wird für vier Wochen zur deutsch-polnischen Kunstwerkstatt, denn drei der Bildhauerinnen kommen aus dem Nachbarland. Vorangehen wird der praktischen Kunstarbeit eine theoretische Erörterung des Jahresthemas von Kulturland Brandenburg "Mut und Anmut. Frauen in Brandenburg Preußen" anhand zweier Schriftstellerinnen, die etwa zur gleichen Zeit gelebt haben: Caroline de la Motte-Fouqué (1774 bis 1831) und Sophie Tieck-Berhardi-Knorring (1775 bis 1833). Das Symposium veranstaltet das Kleist-Museum Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit der Lübbering-Stiftung unter der Leitung von Barbara Gribnitz am 9. und 10. August. Beide Autorinnen wurden in ihrer Zeit, der Romantik, viel gelesen, aber von der männlich tradierten Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts kaum erwähnt und vergessen. "Zu Unrecht!", stellt die Berliner beziehungsweise Neulewiner Literaturprofessorin Hannelore Scholz-Lübbering nachdrücklich fest. Diese beiden Schriftstellerinnen dem Vergessen zu entreißen, ist das Ziel des Symposiums und der Kunstwerkstatt. Dazu werden zunächst im Kleist Museum mit einer Reihe literaturgeschichtlicher und -wissenschaftlicher Vorträge Selbstverständnis, weibliche Ausdrucksmöglichkeiten, Briefe und Werke der beiden Frauen analysiert. Neben hiesigen Literaturwissenschaftlern tritt dabei auch der Pole Eugeniusz Klin auf. Ein künstlerischer Höhepunkt dürfte die Konzertlesung mit Werken von Sophie Tieck-Bernhardi-Knorring und Caroline de la Motte-Fouque am 9.August, 19.30 Uhr, sein. Bei der Kunstwerkstatt auf dem Moserhof werden sich die Bildhauerinnen und Grafikerinnen aus Polen und Deutschland ebenfalls ganz auf die beiden Schriftstellerinnen der Romantik konzentrieren. Bis zum 3. September werden sie an Plastiken und Grafiken über sie arbeiten. Jeden Freitag sind in diesen Wochen Tage der offenen Tür in der Kunstwerkstatt geplant. Die könnten Schulklassen als alternatives Bildungsangebot nutzen. Auch Studierende der Europa-Universität Viadrina und einfach kulturinteressierte Bürger will Hannelore Scholz-Lübbering mit beiden Aktionen zum deutsch-polnischen Kunstdialog einladen. Ein Ziel ist auch die Neuherausgabe des Romans "Julie Saint Albain" von Sophie Tieck-Berhardi-Knorring als Buch mit Grafikmappe und thematischen Skulpturen. Der Roman von 1801 ist seit seinem Erscheinen nie wieder publiziert worden. Hannelore Scholz-Lübbering: "Hier wäre eine innovative wissenschaftlich-künstlerische Arbeit möglich, die in der Nachhaltigkeitswirkung nicht zu überschätzen ist." Dazu hat sie in der Vorbereitung auch neben dem Kleist Museum mit den Universitäten Wroclaw und Katowice zusammengearbeitet, außerdem mit dem Kulturhaus Cybinka und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Leopoldina. Die Finanzierung des Symposiums teilen sich die Sparkassen Oder-Spree, das Projekt Kulturland Brandenburg und die Lübbering-Stiftung. Die Kunstwerkstatt finanziert die Lübbering-Stiftung allein. Gesamtkosten für beide Veranstaltungen: 40000 Euro. Die Kunstwerkstatt wird am 11. August, 11 Uhr, auf dem Moserhof Neulewin eröffnet.



MOZ von Freitag, 16.Juli 2010

Altes Fachwerk mit neuer Funktion


Jens Sell
Oderaue. Mit einem großen Fest hat die Lübbering-Stiftung Neulewin am Mittwochabend das Dammbohlenhaus und die Deichstube nach grundlegender Sanierung wieder eröffnet. Das Ensemble der Dammmeisterei wurde als gelungene Balance zwischen neuer Funktion und alter Substanz bezeichnet. Das Dammbohlenhaus, in dem am Abend eine Skulpturen- und Grafik-Ausstellung von Christa Sammler eröffnet wurde, erhielt eine zweite umlaufende Ebene. Die Deichstube ist jetzt ein kleines Café. Geführt wird der neue Betrieb von Scholz-Lübbering- Tochter Birgit Stötzer. Hunderte Gäste fluteten am Mittwochabend die kleine Deichsiedlung Zollbrücke. Der Parkplatz beim Theater am Rand war völlig überfüllt, die Dorfstraße außerdem zugeparkt. So groß war das öffentliche Interesse an der Eröffnung zweier komplett sanierter Gebäude der Dammmeisterei- dem Dammbohlenhaus und der Deichstube. Der Unternehmer Johannes Lübbering und seine Ehefrau Professorin Hannelore Scholz-Lübbering hatten fast stundenlang Hände zu schütteln. Viele Gäste wurden mit herzlichen Umarmungen begrüßt. Viele hatten Blumen und Grünpflanzen, aber auch Kunstobjekte als Geschenke mitgebracht. Die in Neulewin ansässige Lübbering-Stiftung hatte das Grundstück 2004 erworben und seitdem mit den zuständigen Behörden um Kompromisse gerungen. Architekt Alexander Scholz hat viel Herzblut in das Ensemble gesteckt. Herausgekommen ist "eine gelungene Balance zwischen neuer Funktion und alter Substanz", wie es Stifter Johannes Lübbering in seiner Begrüßungsrede ausdrückte. Das Engagement der Lübbering-Stiftung neben der Zollbrücker Deichscharte entspricht den Stiftungszwecken Denkmalschutz und Förderung des regionalen Tourismus. Das Ensemble war nach mehreren Eigentümerwechseln in stark baufälligem Zustand. Das Amt Barnim-Oderbruch, zu dem Zollbrücke bzw. Zäckericker Loose als Teil der Gemeinde Oderaue gehört, hatte seinerzeit den Kauf des Grundstücks abgelehnt. Dass es dann in die Hände der Lübbering-Stiftung geriet, wurde am Abend mehrfach als großer Glücksfall für die Dammmeisterei gewertet. Und als großen Glücksfall bezeichnete Amtsdirektor Karsten Birkholz die Tatsache, dass das Ehepaar Scholz-Lübbering ins Oderbruch gekommen sei. Landrat Gernot Schmidt (SPD) dankte ihnen ebenfalls dafür und drückte seine Hoffnung aus, dass sie mit dem nächsten Projekt die Region auch nach außen besser präsentieren können. Er beließ es dann aber doch bei Andeutungen. Die Verwendung der neu-alten Gebäude stellte die Geschäftsführerin der Einrichtung Birgit Stötzer vor. So lädt die Deichstube künftig als intimes Café zum gemütlichen Aufenthalt ein. Gediegene dunkle Möbel, ein weinrotes Plüschsofa und käufliche Glaskunst von Norbert Horenk sowie farbige Kollagen prägen das Ambiente. Im Dammbohlenhaus wurde am Abend eine Ausstellung von Christa Sammler eröffnet. Ihre Bronze-Reliefs, Miniaturen und größeren plastischen und grafischen Arbeiten haben in der mit Mauersteinen ausgefachten Holzständerkonstruktion einen passenden Rahmen gefunden. Architekt Alexander Scholz erweiterte die Nutzfläche des Häuschens durch einen zweite umlaufende Ebene. Die Wand, an der die Treppe aufwärts führt, ist aus Glas, sodass sich der Blick aus dem Dammbohlenhaus auf bzw. über den Deich weitet. Das Haus soll nicht auch für Seminare, kleine Konzerte oder auch den Sonntagsbrunch genutzt werden. Auch die Umgebung ist fast fertig: der Garten mit Streuobstwiese, geschickt in die Böschung integrierte Carports am Zugang. "Die Bepflanzung ist noch nicht endgültig, wir waren des hohen Grundwasserstands wegen in Verzug geraten", bittet Johannes Lübbering um Verständnis. Nun solle im Herbst "denkmalgerecht" bepflanzt werden. Der Stifter brachte seinen Stolz auf die Mitarbeiter der Scholz-Lübbering GbR zum Ausdruck, der kleinen Neulewiner Baufirma, die die Arbeiten erledigte. Neulewins Bürgermeister Horst Wilke merkte an, dass die Stiftung 14&xnbsp;Menschen Arbeit gebe. Die Eröffnungsfeier, zu der es gut sortierte und gut gekühlte Getränke, Kaffee, Kuchen und am Abend ein opulentes Büfett gab, wurde musikalisch von der "Randcombo", bestehend aus Tobias Morgenstern, Wolfgang Musick, Sebastian Blaschke und Christian Georgi, umrahmt. Birgit Stötzer betonte, dass sich die Einrichtung in die anderen Angebote Zollbrückes, dem Theater am Rand, dem Zollbrücker Gasthaus und dem Ziegenhof Rubin einordne. Das Motto: Essen, Trinken, Garten, Kunst, Genießen. "Vielleicht auch bald Bleiben, denn wir planen noch Fremdenzimmer."



MOZ von Montag, 24. August 2009

Privatinvestoren retten Kleinod


Von Heike Stachowiak
Zollbrücke (MOZ) Sie haben das unter Denkmalschutz stehende Dammmeisterhaus-Ensemble in Zollbrücke an der Oder gerettet - Hannelore und Johannes Scholz-Lübbering. Gemeinsam mit Architekten, Handwerkern, Freunden und Bekannten feierte das Ehepaar am Freitagabend einen ersten Etappenerfolg der vor einem Jahr begonnenen umfangreichen Sanierung und präsentierten den Gästen das im Rohbau fertiggestellte Dammbohlenhaus und das Wirtschaftsgebäude. Im nächsten Jahr soll mit der Sanierung des Haupthauses, das 1769 erbaute Deichinspektorenhaus, begonnen werden. Freundlich begrüßen Johannes und Hannelore Scholz-Lübbering ihre Gäste am Eingang des idyllisch am Oder-Neiße-Radweg gelegenenen Dammmeisterhaus-Ensembles, nur ein paar Schritte von der Deichscharte entfernt. Ein wenig aufgeregt wirken sie an diesem Freitagabend. Kein Wunder. Hinter ihnen liegen anstrengende Monate, getragen von Planungen, intensiven Diskussionen, Gesprächen. Das Ergebnis ist nicht zu übersehen. In Fachwerksmauerung mit gelben Backsteinen erstrahlen das frühere Wirtschaftsgebäude und das Dammbohlenhaus, in dem einst die Dammbohlen lagerten, die zum Verschließen der Deichscharte benötigt wurden, in neuem Glanz. Dabei ist vom Reiz der alten Architektur nichts verloren. Die Gäste staunen. Was hier geleistet wurde, verdient Anerkennung und Respekt. Vor allem vor dem Mut des Ehepaares Scholz-Lübbering, der Arbeit der Handwerker und des Architekten Alexander Scholz. Er sei geradezu besessen von dem Ensemble, würdigte Johannes Scholz die Arbeit des Vevaisers. Der 38-Jährige ist an diesem Abend gefragt. Geduldig gibt er Auskunft über den Verlauf der nicht immer einfachen Sanierung der zwei Gebäude, zeigt den Verlauf in einer Präsentation. Im September 2008 ist mit den Arbeiten begonnen worden. Ziel war es, die Gebäude zu sichern. "Die Gebäude waren komplett zerrissen. Die rückseitigen Fundamente waren um 30 Zentimeter weggebrochen", erklärt der Fachmann. Die Gebäude werden jetzt von einer 30 Zentimeter starken Betonplatte getragen. Schließlich habe auch mehr Holz ausgetauscht werden müssen. Insgesamt sei das Projekt für ihn als Architekt die extremste Herausforderung. "Zu Anfang wussten wir nicht, wie wir es machen sollten", gesteht er und lobt die gute Zusammenarbeit aller, vor allem der Bauleute und des Fachwerksanierers Thomas Riemann aus Wriezen. Etwas fremd wirken die zwei Gebäude auf Siglinde Lehmann. Die heute 74-Jährige kennt das Ensemble aus dem Effeff. Von 1957 bis 1984 war es für sie und ihren Mann Hans das Zuhause. "Es ist alles schön. Aber ich habe noch meine alten Vorstellungen", sagt sie. Erinnerungen an jene Zeit, als im Stall die Schweine grunzten und die Hühner gackerten. Doch statt kleiner Viehwirtschaft werden in den zwei multifunktional nutzbaren Räumlichkeiten Kunst und Gastronomie Platz finden. Dort können Künstler ausstellen. Dort können aber auch Familienfeiern stattfinden. Die voll funktionsfähige Küche dient dem Gartenlokal, das im Frühsommer in Betrieb gehen soll. Dann beginnen die Sanierungsarbeiten am Haupthaus, das mit der bröckelnden, grauen Fassade noch den Charme der Vergangenheit atmet. Allerdings muss noch entschieden werden, in welcher Form der statische Eingriff erfolgen soll. Es gibt zwei Varianten. Entweder man gründet das Gebäude auf 30 Meter tiefen Pfählen komplett neu. Erst in dieser Tiefe habe man tragfähige Schichten gefunden, so der Architekt. Oder, und das wäre die kostengünstigere Variante, man "klammert das Haus mit Beton-Ringbalken", so Scholz. Er favorisiert letztere Variante. Genutzt werden soll das einstige Deichinspektorenhaus, das 1769 erbaut wurde und in dem zuerst Deichinspektor Christiani über das Wohl und Wehe des Oderbruchs wachte, als Restaurant der gehobenen Klasse. Das soll in der mittleren Ebene etabliert werden. Das Dachgeschoss ist für eine Betreiberwohnung vorgesehen. Scholz ist gespannt auf den weiteren Verlauf. Fest steht für ihn: "Mit einem anderen Bauherrn als dem Ehepaar Scholz-Lübbering wäre die Sanierung nicht möglich gewesen. Es ist das Beste, was der Region passieren konnte." In die Maßnahme fließen ausschließlich private Mittel des Paars. Die Summe ist nicht unerheblich. Am Ende wird es wohl einen sechsstelligen Betrag ausmachen. Diesen finanziellen Background habe kaum jemand im Oderbruch. Doch allein das ist es nicht, was die Bauherren ausmacht. "Ich habe noch nie solche Menschen gesehen, die die Region mit so viel Liebe und Enthusiasmus voranbringen wie sie", bedankte sich Barnim-Oderbruchs Amtsdirektor Karsten Birkholz bei dem Ehepaar. Spätestens im Frühsommer wird sich dessen Engagement auszahlen. Nämlich dann, wenn in der Nachbarschaft die Störche klappern und sich die Gäste im Gartenlokal am Dammmeisterhaus vergnügen.



MOZ von Montag, 30. Oktober 2009

Schule mit Blätterdach


CHENDRICHN
Neulewin ArraySeit Jahren verrotten die Gewächshäuser der alten Gärtnerei. Dabei liegen sie mitten im idyllischen Dorfkern von Neulewin. Hannelore Scholz-Lübbering und ihr Ehemann Johannes Lübbering wollen aus dem Gelände jetzt einen "Grünen Lernort" machen. Früher hieß es einfach Schulgarten. Doch das waren häufig nur ein paar Beete neben dem Schulgebäude. Heute soll Kindern Natur und Biologie mit mehr Spaß und Abenteuer beigebracht werden. überall in Deutschland entstehen sogenannte "Grüne Klassenzimmer", in denen Kinder die Natur meist im Wald erleben können, wo sie sie schmecken, riechen und anfassen können. Eine Aktion "100 Grüne Klassenzimmer" hat das Münsterland 2004 gestartet und kann heute bereits 65 Lernorte in der Natur aufweisen. "Berlin hat elf dieser Grünen Lernorte", erzählt die Professorin Hannelore Scholz-Lübbering. "Laut der Stiftung Naturschutz sind diese Einrichtungen voll ausgelastet." In dem grünen Lernort in Potsdam waren im vergangenen Jahr allein 250 Kinder. Ziel dieser Schulen in der Natur ist unter anderem, ein Umweltbewusstsein zu schaffen. Ganz nach dem Motto: Was ich liebe, schütze ich. In Neulewin stehen von den Gewächshäusern lediglich die verrosteten Stahlträger noch. Zudem ist das Gelände mit alten Bäumen und Büschen bewachsen. Vor drei Jahren kaufte Hannelore Scholz-Lübbering das Grundstück. Die ehemalige Berliner Professorin und ihr Mann sanieren gerade das Dammmeisterhaus in Zollbrücke und wollen auch den Moserhof in Neulewin ausbauen. Das, was in Neulewin noch steht, soll für den geplanten grünen Lernort weitgehend erhalten werden. "Man wird den alten Ort, die Gärtnerei, noch spüren. Das ist nichts vollkommen Neues, was dahingesetzt wird", so Hannelore Scholz-Lübbering. Das kleine vordere Haus an der Straße soll mit Holzlamellen aus unbehandelter Lärche verkleidet werden. Ansonsten wird mit viel Glas gearbeitet, um das Gefühl zu haben, inmitten der Natur zu sein. Hinter dem Haus sollen Beete zum biologischen Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern angelegt werden. Es soll Wasserexperimente geben. Ein Bereich wird als "Kneipp-Zone" gestaltet. Einmal in der Woche können die Kinder der nahen Kneipp-Kita dort vorbeikommen. Ein anderes Stück des Gartens kann als Streuobstwiese dienen. "Damit die Kinder auch sehen können, was passiert, wenn man gar nichts macht", so die Professorin. "Die Kinder sollen hier alles vom Säen bis zum Ernten lernen", so die Professorin. Dafür werde aber noch ein richtiger Gartenbaumeister gebraucht. Noch sind die Planungen nur grobe Entwürfe. Doch bereits im Frühjahr, so hofft sie, sollen die Bauarbeiten starten. Der Garten in Neulewin soll eine außerschulische Bildungseinrichtung sein, in der Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 18 Jahren unterrichtet werden können. Hier sollen sie mit Naturmaterialien basteln, Tiere beobachten und Pflanzen bestimmen können, aber auch Wasserproben analysieren oder mit Solarzellen experimentieren können.



MOZ vom Freitag, 17. Oktober 2008


Millionen-Investition startet


Von Cornelia Hendrich
Zollbrücke (GMD)Am Dammmeisterhaus haben die Bauarbeiten begonnen. Die Berliner Uni-Professorin Hannelore Scholz-Lübbering und ihr Mann wollen aus dem denkmalgeschützten Ensemble unter anderem ein Restaurant und einen Theatersaal machen. Im Frühjahr sollen Besucher schon das Bistro und den Garten nutzen können. 1,3 Millionen Euro will das vermögende Ehepaar Scholz-Lübbering in die drei Häuser direkt am Oderdeich in Zollbrücke investieren. "Nicht um Geld zu verdienen, wie einige Leute vielleicht denken", so Hannelore Scholz-Lübbering. "Sondern um das Dammmeisterhaus zu retten und etwas für den Ort zu tun." "Mit diesem Objekt kann man auch kein Geld verdienen", sagt Alexander Scholz. Dafür sei es viel zu kaputt. Der Architekt hat sein Herz an das denkmalgeschützte Haus gehängt. "Jeden Stein hatte er mit einer Nummer versehen", lacht Hannelore Scholz-Lübbering. "Ich bin so froh, dass ich endlich Investoren gefunden habe, die das mit Liebe angehen", sagt er. Denn seit 1999 versuchte der Architekt, Investoren für das Objekt zu gewinnen. Sie sprangen immer wieder ab, wenn sie die Risse an den Gemäuern, den Schwamm in den Balken und die schiefen und abgesackten Fundamente sahen. "Manchmal kann ich sie verstehen", seufzt Hannelore Scholz-Lübbering. Start der Bauarbeiten ist an der Scheune. Hier soll eine Küche mit einem Bistro entstehen. Die alten Balken und Steine werden so weit es geht wiederverwendet. Deshalb hat Maurer Marko Stegemann vor sich eine komplette Wand mit den Querbalken und Mauersteinen auf dem Boden wie ein Puzzle ausgelegt, in die er jeden Stein einsortiert hat, damit er weiß, an welcher Stelle er war. Eine Betonplatte ist in den Boden der Scheune eingelassen. "Alle Fundamente sind abgekippt", so Architekt Scholz. "Kein Wunder, dass die Vorgänger das Handtuch geworfen haben. Die Feuchtigkeit steigt auf, die Fundamente drehen sich und reißen die Wände mit." Die erste tragende Schicht sei erst in 30?Metern Tiefe. Bei den Schuppen sei das noch nicht so wichtig, aber das Dammmeisterhaus zu sichern, sei schwierig. Etwa im Frühjahr beginnt der Innenausbau an der Scheune. "Dann können die Leute aber schon Essen im Bistro kaufen oder mit ihrer eigenen Verpflegung im Biergarten sitzen", sagt Hannelore Scholz-Lübbering. Die Bauarbeiten werden währenddessen weitergehen und können von den Besuchern beobachtet werden. "Schon jetzt hängen die Bau-Pläne für alle sichtbar im Dammmeisterhaus aus", so Architekt Scholz. Auf der Baustelle würden nur regionale Firmen arbeiten, darauf legt die Professorin Wert. "Manche Leute bekommen erst Fördermittel und lassen dann Leute aus Berlin hier bauen", so Alexander Scholz. Zudem hat Hannelore Scholz-Lübbering eine Firma (GbR) zur Objektbetreuung der Baustellen gegründet, in die sie sechs Leute fest- und zwei als Aushilfen angestellt hat. "Alles Leute aus der Region, die lange arbeitslos waren", so die Professorin. Weiter wird die Sanierung mit der zweiten Scheune gehen, in die ein großer Saal etwa für Theaterstücke eingebaut wird und erst dann folgt das Dammmeisterhaus. "Die Arbeiten an solch einem Objekt muss man hintereinander staffeln", so Architekt Scholz. "Und über Zeit braucht man gar nicht zu reden."



MOZ vom Samstag, 16. Februar 2008

Ehepaar rettet Denkmal mit einer Million


Von Cornelia Hendrich
Zollbrücke (GMD) Die Berliner Uni-Professorin Hannelore Scholz-Lübbering und ihr Mann, ein wohlhabender Firmen-Chef aus Gütersloh, kauften 2006 das denkmalgeschützte Dammmeister-Ensemble in Zollbrücke. Sie wollen drei Gebäude in ein Restaurant mit Bistro verwandeln, einen großen Biergarten davor anlegen und einen Theater-Saal und Ausstellungsraum für Künstler schaffen. Der Dachstuhl des Haupthauses soll verglast werden. Die Bauanträge sind gestellt, im Sommer sollen die Arbeiten beginnen. Schon 2010 könnte alles fertig sein. Seit Jahren wird nach Investoren für das wertvolle Dammmeister-Ensemble in Zollbrücke gesucht. Interessenten gab es viele, doch sie scheiterten an den hohen Denkmalschutzauflagen, wie zuletzt die Wriezener Backstube, oder an dem hohen Investitionsaufwand. Denn das 240 Jahre alte Haupthaus ist stark angegriffen, zwei riesige Risse ziehen sich vom Dach bis zum Boden. Balken und Türen im Innern sind morsch, verzogen und vom Schwamm befallen. Das größte Problem: Das Haus schwimmt und muss ein teures Fundament erhalten. Davon nicht abschrecken ließ sich das Ehepaar Scholz-Lübbering. 1,3 Millionen Euro wollen sie hier in Zollbrücke investieren. Das Ehepaar und der Architekt Alexander Scholz stellten gestern vor Bürgermeistern und Künstlern des Amtes Barnim-Oderbruch das Projekt vor. Hannelore Lübbering (65) ist Professorin für Neue deutsche Literatur an der Humboldt-Universität, ihr Mann Johannes (66) hat seine eigene Firma mit 115 Mitarbeitern bei Gütersloh, welche Spezialwerkzeug für die Automobil-Industrie herstellt. "Als ich meine Frau 1997 in Berlin kennenlernte, hatte sie schon ein Haus in Neulewin", erzählt Johannes Scholz-Lübbering. Seit Jahren würden sich beide am örtlichen Geschehen beteiligen und seien deshalb auf die Idee gekommen, das Dammmeisterhaus zu kaufen. "Wir dachten, wir müssen etwas tun. Denn wenn man im Leben Erfolg gehabt hat, dann ist man daran nicht allein beteiligt. Wir wollten etwas davon zurückgeben", so der Firmen-Chef. Deshalb zahlen sie die Sanierung für 1,3 Millionen Euro erstmal aus der eigenen Tasche, für eine 50 prozentige Förderung ist ein Antrag gestellt. Geplant ist, im ersten Stock des Haupthauses ein gehobenes Restaurant zu eröffnen. Die vielen kleinen Räume sollen erhalten bleiben, so dass noch ein Kinder-Spielzimmer und eine Leseecke entsteht. Der Dachstuhl soll an einer Seite verglast werden. Da das Dammmeisterhaus direkt am Deich liegt, hat man von hier oben einen tollen Blick über die Oder. Hier könnten Ferienwohnungen entstehen. Ebenerdig soll ein preiswertes Bistro öffnen, vor dessen Eingang eine große Terrasse gebaut wird und in dem schönen Garten werden Bänke und Stühle aufgestellt. "Hier kann jeder seinen Korb mitbringen und picknicken - ohne dass er etwas kaufen muss", sagt Hannelore Scholz-Lübbering. Die beiden hinteren Gebäude mit dem schönen Fachwerk sollen Künstlern offen stehen. Im Dammbohlen-Haus wird es eine Bühne geben, wo Vorstellungen des "Theaters am Rand" stattfinden können, aber auch Lesungen oder Konzerte. Im kleineren Stallgebäude könnten Künstler an Ständen ihre Keramiken oder Bilder verkaufen. Wohnen will das Ehepaar selber nicht in Zollbrücke. Johannes Scholz-Lübbering pendelt schon wöchentlich zwischen Gütersloh und Berlin, zudem haben sie noch ihr Haus in Neulewin. Auch an einen Gewinn denken die zwei nicht, betreiben sollen das Restaurant andere. "Ich hoffe, dass sich das Lokal selbst trägt", sagt der Geschäftsmann. Vier Arbeitsplätze, hofft er, könnten hier entstehen. Er dankte Neulewins Bürgermeister Horst Wilke und Amtsdirektor Frank Ehling für die Unterstützung des Projekts. Seit einem Jahrzehnt engagiert sich Architekt Alexander Scholz mit dem Verein Dammmeister-Ensemble für die Gebäude. "Die Lübberings sind ein Geschenk", schwärmt er. "Für einen Architekten ist das Wolke sieben. Hier stecken 240 Jahre Geschichte drin, die bleiben jetzt erhalten."



MOZ vom Samstag, 22. Dezember 2007

Bloß keine billigen Buden


Von Susanna Hoke
Zollbrücke/Vevais (MOZ) Schon einmal war ein Unternehmer am Denkmalschutz gescheitert. Seit 2006 gibt es eine neue Investorin für das sanierungsbedürftige Dammmeisterensemble in Zollbrücke. Das Architekturbüro ACD aus Vevais hat jetzt den Bauantrag für die Berliner Professorin Hannelore Scholz-Lübbering eingereicht. "Es ist schwer zu rekonstruieren, wie es früher hier aussah", sagt Alexander Scholz. Der Architekt vom Architekturbüro ACD kennt die Gebäude so gut wie kaum ein anderer - jede Ecke, jedes Gefach, jeden Balkenkopf. Das 240 Jahre alte Hauptgebäude sei mehrfach umgebaut worden, jede Fassade entstammt einer anderen Epoche und es gebe kein Archivmaterial. Daher könne der jetzige Zustand lediglich "eingefroren" werden, erklärt Scholz, der dem Verein Dammmeisterensemble angehört. Wenn der 36-jährige Wriezener über das Objekt spricht, gerät er ins Schwärmen: "Die Stilelemente sind einmalig im Oderbruch, zum Beispiel das weit überstehende Dach und die verzierten Dachsparren." Das Ensemble habe einen besonderen Charme: "Es erzählt uns was. Im Holz sieht man noch alte Markierungen der Zimmerleute von der ersten, zweiten und dritten Verwendung der Balken", erklärt der Experte, der sich seit Jahren mit den Gebäuden befasst. Die Sanierung ist dringend notwendig. Durch das desolate Pappdach und die fehlenden Dachrinnen konnte jahrelang Wasser eindringen. Auch durch das Feldsteinfundament und die beschädigten Fußschwellen zieht Feuchtigkeit aus dem Erdreich ins Holz. Die Folge sind große Schäden an der Holzkonstruktion. Türen und Balken sind verzogen, morsch und vom Schwamm befallen. Der Schimmel breitet sich an Wänden und Fassaden aus. Die Denkmalschutzbehörde stellte 2002 einen "äußerst bedrohlichen Zustand der historischen Substanz, vor allem des Haupthauses" fest. Gerade die 150 Jahre alten Fachwerkhäuser - Stall und Dammbohlenhaus - zu sanieren, ist aufwändig. Die Ziegelsteine müssen aus den einzelnen Gefachen herausgenommen und eingelagert werden. Dann werden die vermoderten Balken ersetzt oder aufgedoppelt. Schließlich mauert man die Gefache wieder zu - soweit möglich mit den alten Steinen. Glatte Klinkersteine will Scholz dort ungern verbauen, er denkt eher an Ziegelsteine, die zwar neu sind, aber aussehen, als seien sie uralt: "Steine mit einer rauen Struktur wirken natürlicher. Auf alten Ziegeln zeichnen sich ja auch Lagerspuren von Sackleinen und Holz ab." Solche Details aber müssen mit dem Denkmalschutz abgesprochen werden. Dass die Behörde soviel Bausubstanz wie möglich erhalten will, kann Alexander Scholz nachvollziehen. Daran sei auch das Ansinnen eines Wriezener Geschäftsmannes gescheitert, der im Dammmeisterhaus ein Café mit Pensionsbetrieb etablieren wollte. Das komplette Haus sollte entkernt, Wände verändert, neue Fundamente gesetzt werden. Die Vereinsmitglieder sind froh, jetzt eine Investorin gefunden zu haben, die ihre Visionen und ihr Kulturverständnis teilt, die Gebäude wieder der öffentlichkeit zugänglich machen und einen Platz für Künstler und Handwerker aus dem Oderbruch schaffen will. Das Vorhaben, im ehemaligen Stallgebäude eine Fahrradherberge unterzubringen, hat man mittlerweile verworfen. Aber es gibt genug Ideen, damit bald wieder Leben in die alten Gemäuer einkehrt. So soll aus dem Stall eine kleine Marktstraße werden: Hinter den einzelnen Türen sollen sich Verkaufstresen verbergen, an denen regionale Produkte, Kunsthandwerk und Kunstwerke angeboten werden. "Wir wollen keine Bierwagen oder billigen Buden", betont Alexander Scholz. Das Haupthaus soll zu einer Gaststätte mit hochwertiger Gastronomie und Weinkeller werden, ins Dachgeschoss kommt die Wohnung für die Betreiber. Auch die Tourist-Information soll dort einziehen. Der Innenraum des Dammbohlenhauses wird zu einem Mehrzweckgebäude mit Emporen, wo Konzerte, Tagungen, Lesungen, Ausstellungen und Theateraufführungen stattfinden. Moderne Elemente sollen das historische Ensemble aufwerten: So wird der Giebel zum Hof hin - dort wo sich ein langer Riss durch das Mauerwerk zieht - verglast und im Siebdruckverfahren bedruckt, die alten Fenster werden in die Glasfassade wieder eingefügt. Auch das Dach erhält eine Teilverglasung. Die Bauzeit schätzt Scholz auf drei Jahre. Aber erst einmal muss eine Baufirma gefunden werden - ein schwieriges Unterfangen, wie der Architekt betont: "Kleine Firmen haben oft nicht das Know-how, um die angedachten High-Tech-Lösungen einzubauen. Und für große Firmen ist der Auftrag zu klein." Samstag, 22. Dezember 2007 (08:00)



MOZ vom Mittwoch, 05. September 2007

Der Kunst auf die Sprünge helfen


Von Heike Stachowiak Nach der Albert Heyde Stiftung Bad Freienwalde, deren Zweck es ist, die natur- und kulturgeschichtliche Bedeutung des Oderbruchs sowie die Geschichte der Kur- und Badestadt Bad Freienwalde (Oder) bekannt zu machen, ist die Lübbering Stiftung die zweite im Altkreis Bad Freienwalde, die ins Leben gerufen worden ist. Ein begrüßenswerter Schritt, wie Hannelore Scholz-Lübbering nach der Gründungsversammlung am vergangenen Sonnabend betonte. Schließlich ist Brandenburg nicht gerade reich gesegnet mit Stiftungen. "Brandenburg bildet sogar deutschlandweit das Schlusslicht. Auf 100 000 Einwohner kommen gerade mal 4,2 Stiftungen. Also ein Grund mehr, aktiv zu werden", so die 64-Jährige, die gemeinsam mit ihrem Mann Johannes Lübbering (65) Stifter ist und Neulewin als ihren Altersruhesitz gewählt hat. Ein Glücksfall für die Gemeinde Neulewin. Schließlich will die Region vor allem von Touristen profitieren, die aber nur kommen, wenn ihnen etwas geboten wird. Und dazu will die Lübbering-Stiftung beitragen. Denn Zweck ist es, vor allem die Künstlerinnen und Künstler der Colonie Güstebieser Loose zu unterstützen. Es sollen nationale und internationale Ausstellungen und Symposien, von Künstlern gestaltete Hoffeste, Gemeinschaftsveranstaltungen für Kinder, Senioren und Jugendliche, Sportveranstaltungen, deutsch-polnische Kolloquien und Symposien sowie regionales Brauchtum unterstützt werden. Sitz der Stiftung ist der traditionsreiche Moserhof in Neulewin. Die Mittel, die zur Realisierung der Stiftungsziele nötig sind, sollen aus dem Hotel fließen, das auf dem Moserhof entstehen wird. Ende September geht dafür der Bauantrag raus, so Hannelore Scholz-Lübbering. Spätestens in zwei Jahren soll das Hotel Gäste beherbergen. Bis dahin dient der Info-Punkt, der am Sonnabend auf dem Moserhof-Grundstück in Neulewin eingeweiht worden ist, als Informationsstelle, einerseits darüber, wie weit das Baugeschehen auf dem Moserhof voranschreitet und andererseits darüber, welche touristischen Angebote es in der Region gibt. Da die Stiftung keine rechtsfähige ist, sondern den gemeinnützigen Status hat, ist sie in die treuhänderische Verwaltung der Gemeinde Neulewin übergeben worden. Bürgermeister Horst Wilke, der Vorstandsmitglied ist, begrüßte die Gründung selbstredend, "weil hier etwas für die Gemeinde getan wird, und zwar vom Ehepaar Lübbering, das ein Stück von der Herzlichkeit zurückgeben möchte, die ihm in Neulewin entgegengebracht wurde", so Wilke. Mittwoch, 05. September 2007 (09:00)